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Nr. 88, September 2026: Bin ich damit im Frieden?

Autorenbild: Kathrin Aßländer
Kathrin Aßländer
25. Sept.
3 Min. Lesezeit

„Ja sagen, zu dem was ist."



Windhose

Liebe Leser:in,

Wie jedes Jahr liegt auch in diesem September Aufbruchstimmung in der Luft. Viele Menschen nehmen jetzt Dinge in Angriff. Bei mir häufen sich die Anfragen, Menschen machen sich auf den Weg, wollen an sich arbeiten. Auch bei uns zu Hause beginnt die Schule wieder, diesmal mit einem Schulwechsel.

Wenn ich im Moment alles erledigen wollte, was gerade ansteht, müsste es mich dreimal geben.


Ich kann das alles nicht schaffen. Nicht alles, nicht in der Qualität, die ich mir wünsche, nicht zum richtigen Zeitpunkt. Genau in diesem Moment liegt aber auch eine Möglichkeit. Das Leben bietet mir zwei Wege an. Ich drehe mich mit dem Wirbelsturm mit, immer schneller. Oder ich stelle mich in die Mitte.

Und in der Mitte ist es windstill.


Von dort aus sehe ich alles, was um mich herumfliegt. Ich muss mich manchmal ein wenig bewegen, um wirklich mittig zu bleiben. Aber von diesem Punkt aus kann ich in Ruhe entscheiden. Jetzt tue ich das. Nur diese eine Sache. Dann die nächste. Ich kann ohnehin nicht sieben Dinge gleichzeitig tun.

Und wenn nicht alles zu schaffen ist, dann ist es eben nicht zu schaffen. Auch damit kann ich in Frieden gehen.


Den Weltfrieden kann ich jetzt gerade nicht herstellen. Aber ich kann mich fragen: Ist in meiner Innenwelt Frieden? Wie soll ich Frieden von der Welt erwarten, wenn in mir selbst kein Frieden ist?


Innerer Frieden beginnt nicht damit, dass ich alles gut finde, was gerade ist. Er beginnt damit, dass ich aufhöre, gegen die Realität anzukämpfen.


Ja sagen heißt nicht gutheißen. Es heißt nur: Es ist jetzt da. Bleibe ich in der Verneinung, schade ich mir selbst. Sage ich Ja zu dem, was ist, komme ich wieder in Verbindung, mit mir und mit allem um mich herum. Erst aus dieser Verbindung heraus werde ich handlungsfähig. Aus der Akzeptanz heraus kann ich meine innere Haltung verändern und neue Ursachen setzen, auch wenn ich die Welt gerade nicht verändern kann.


Dass das selbst gelingen kann, wenn draußen alles zusammenbricht, zeigt Etty Hillesum. Sie war 27, als sie während der deutschen Besatzung in Amsterdam ihr Tagebuch begann. Mit der Verfolgung war sie nicht einverstanden, sie spürte Wut. Und doch beschreibt sie, wie sie mitten in der Enge eines Lagers zum Himmel blicken und vor Rührung weinen konnte. 1943 wurde sie in Auschwitz ermordet. Wenn dieser Frieden dort für sie möglich war, ist er dann in meinem viel kleineren Sturm nicht erst recht möglich?


Eine Methode, die mir dabei hilft, still zu werden und in Kontakt mit meiner Innenwelt zu kommen, ist Focusing. Durch Focusing habe ich gelernt, zu spüren, was in mir gerade wirklich da ist, bevor ich reagiere. Mit dieser Methode begleite ich Menschen, in Einzelsitzungen, per Video oder in Präsenz. Nimm gerne Kontakt auf, wenn du das kennenlernen möchtest.


Vielen Dank für eure Rückmeldungen zu meinen Texten. Es ist wunderbar, über diese Themen im Austausch zu sein.

Herzlichst

Kathrin


Eine Übung für dich


Halte diese Woche öfter inne und frage dich: Bin ich damit im Frieden? Nicht mit allem auf einmal. Mit dem einen Ding, das gerade vor dir liegt. Bist du im Widerstand, oder kannst du Ja sagen, dass es jetzt gerade so ist? Beobachte, was sich dann verändert.

Für dich aufgelesen


„Nirgendwo findet der Mensch einen ruhigeren Rückzugsort als in der eigenen Seele.“


Marc Aurel


Für dich aufgelesen


Lieben was ist


Byron Katie · Arkana Verlag


Byron Katie stellt in diesem Buch ihre Methode „The Work“ vor: vier einfache Fragen, mit denen sich belastende Gedanken untersuchen und aus ihrer Wirkung nehmen lassen. Anhand vieler Beispiele zeigt sie, wie sich der innere Streit mit der Realität auflösen lässt, ohne die eigenen Werte aufzugeben. Ein klares Buch für alle, die üben wollen, dem, was ist, weniger Widerstand entgegenzusetzen.


Einladung


Du möchtest mit uns arbeiten? Wir bieten dir verschiedene Wege an. Kurz und online, in der Tiefe einer Aufstellung oder als Begleitung für deine Führungsrolle. Hier findest du alle aktuellen Termine.


Onlineveranstaltungen

Formate, die gut in deinen Alltag passen. Info-Abende, unsere Aßländer-Morgenrunde, mit der wir gemeinsam bewusst in die Woche starten oder Online-Seminare. Auch für Aufstellungen und Einzelcoaching bieten wir an. Du bist ganz einfach von zu Hause aus dabei.



Systemaufstellungen


Du kannst mit einem eigenen Anliegen kommen oder als Stellvertreterin oder Stellvertreter mitwirken. Vorkenntnisse brauchst du nicht. Alle Aufstellungsseminare sind im Rahmen der Ausbildung als Organisationsaufsteller:in oder als Einzelteilnahme buchbar. Auch die Teilnahme als Tagesgast ist in jedem Seminar möglich.





Gut geführt - Seminare zu Führungsthemen


Bachelor und Master für Führungskräfte. In unserem Curriculum „Gut geführt“ geht es um Klarheit, Haltung und Präsenz im Führungsalltag. Entwickle mit uns deine individuelle Führungspersönlichkeit weiter.


 
 
 

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