Nr. 80, Januar 2026: Mut zur Veränderung
- Kathrin Aßländer

- 8. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
"Was ist dein erster Schritt?"

Bild von wirestock auf Freepik
Liebe Leser:in,
Ich erinnere mich an einen Moment, in dem äußerlich nichts Besonderes passiert ist. Kein dramatischer Einschnitt, kein großer Abschied. Ich saß einfach da – und wusste plötzlich sehr klar: So wie es ist, kann und will ich nicht weitermachen.
Solche Momente melden sich leise. Als Unruhe, als Müdigkeit, die nicht mehr verschwindet, als inneres Ziehen. Wenn du diese Impulse überhörst, wenn du sie immer wieder mit Vernunft, Pflichterfüllung oder bloßem Durchhalten überdeckst, dann werden sie lauter. Nicht freundlicher. Manchmal enden sie in Erschöpfung. In Burnout. In handfesten Krisen, die dich zum Anhalten zwingen.
Vielleicht wäre es klüger, früher still zu werden. Früher hinzuhören. Zu lernen, den feinen inneren Impulsen mehr zu vertrauen als der reinen Vernunft. Nicht, weil Vernunft falsch ist – sondern weil sie allein oft nicht reicht, um ein stimmiges Leben zu führen.
Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, waren es genau diese leisen Momente, die später große Bedeutung bekommen haben. Augenblicke, in denen etwas in mir wusste, dass ein Schritt notwendig ist, auch wenn er nicht logisch erklärbar war. Entscheidungen, die Mut brauchten, weil sie bedeuteten, etwas Vertrautes loszulassen. Sicherheit. Erwartungen. Manchmal auch die Zustimmung anderer.
Einmal hieß das, einen begonnenen Weg nicht weiterzugehen, obwohl er „vernünftig“ war – und stattdessen einem inneren Ruf zu folgen, ohne zu wissen, wohin er führt. Ein anderes Mal hieß es, nach einem Verlust nicht in die Starre zu gehen, sondern einem Impuls zu vertrauen, der sagte: Diese Arbeit ist wichtig. Das ist mein Weg.
In diesen Momenten fühlte sich das nicht mutig an. Es war kein Heldentum. Es war eher ein Zittern. Und ein Trotzdem. Ein Zitat, das Nelson Mandela zugeschrieben wird, sagt: „Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst.“
Vielleicht kennst du solche Momente auch. Momente, in denen du sehr genau weißt, was du nicht mehr willst: weniger Stress, weniger Anpassung, weniger innere Leere. Aber weißt du auch, was du wirklich willst?
Erlaubst du dir, deine Träume ernst zu nehmen? Oder bleiben sie lieber vage, damit du dich nicht entscheiden musst? Und selbst wenn du ahnst, was dich ruft – traust du dich, den ersten Schritt zu gehen?
Stell dir einen Moment vor, du blickst am Ende deines Lebens zurück. Was möchtest du dann sehen? Ein Leben, das vor allem sicher war? Oder ein Leben, in dem du dir selbst treu geworden bist?
Mut zur Veränderung bedeutet für mich nicht, alles auf einmal zu verändern. Es geht nicht um radikale Schnitte oder brachiale Neuanfänge. Oft beginnt Veränderung sehr unspektakulär. Mit einem ehrlichen Innehalten. Mit der Bereitschaft, dir selbst zuzuhören. Mit der Frage: Was ist die Veränderung, die ich in diese Welt bringe?
Seit vielen Jahren begleite ich Menschen auf ihrem Weg der Veränderung. Menschen, die spüren, dass es so nicht weitergehen kann – und gleichzeitig noch nicht wissen, wie der nächste Schritt aussieht. Immer wieder erlebe ich: Wenn du im Kontakt mit dir selbst den ersten neuen Schritt wagst, zeigt sich unterwegs mehr Unterstützung, als du vorher für möglich gehalten hättest.
Wenn dich diese Fragen bewegen, lade ich dich herzlich ein, ein Stück deines Weges gemeinsam zu gehen.
Im Januar findet auf dem Schwanberg bei Würzburg mein Seminar „Mut zur Veränderung“ statt – ein besonderer Ort, der Stille, Weite und Klarheit schenkt. Du kannst am gesamten Seminar teilnehmen oder auch als Tagesgast am Freitag oder Samstag dazukommen, ganz so, wie es für dich stimmig ist.
Vielleicht liest du diese Zeilen gerade nicht zufällig. Vielleicht gibt es auch in dir diesen leisen Moment, der sagt: So wie es ist, kann und will ich nicht einfach weitermachen.
Dann lade ich dich ein, dieser Stimme ein Stück Aufmerksamkeit zu schenken.
Herzlichst
Deine Kathrin
Eine Übung für dich
Du bist vielleicht in deinem Leben schon viel mutiger gewesen, als dir bewusst ist.
Frage dich einmal:
- Was waren die Wendepunkte in meinem Leben?
- Wie kam es dazu?
- Wie hat es sich angefühlt, diesen neuen Weg zu beschreiten?
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Mit genau dieser Kraft wirst du auch deinen nächsten neuen Weg meistern.
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Rising Strong
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